Wissenswertes
Häufig gestellte Fragen
Fragen bei unklarem
Befund / Erstkontakt
Bedeutet eine Überweisung zur Onkologie automatisch, dass ich Krebs habe?
Nein. Eine Überweisung bedeutet zunächst, dass ein Befund fachärztlich abgeklärt werden soll. Häufig geht es um Kontrolle, Einordnung oder Ausschluss.
Warum wurde ich zu einer onkologischen Praxis überwiesen, obwohl noch keine Diagnose vorliegt?
Onkolog:innen sind auf die Bewertung komplexer oder unklarer Befunde spezialisiert. Das dient Ihrer Sicherheit und einer fundierten Einschätzung.
Was passiert beim ersten Termin?
Im ersten Gespräch geht es vor allem um Ihre Vorgeschichte, vorhandene Befunde und Ihre Fragen. Entscheidungen oder Therapien stehen meist noch nicht im Vordergrund.
Muss ich mich beim ersten Termin schon auf eine Therapie einstellen?
Nein. Häufig dient der erste Termin der Orientierung und Planung der nächsten Schritte.
Welche Unterlagen sollte ich zum Termin mitbringen?
Bitte bringen Sie vorhandene Arztberichte, Laborbefunde, Bildgebung (z. B. CT-, MRT- oder PET-CT-Befunde), eine aktuelle Medikamentenliste sowie – falls vorhanden – eine Überweisung mit.
Wichtig: Damit wir Ihren Termin sorgfältig vorbereiten und möglichst zeitnah vergeben können, benötigen wir Ihre medizinischen Unterlagen bereits vor dem ersten Termin. So haben wir die Möglichkeit, Ihre Befunde im Vorfeld zu prüfen und den Termin entsprechend Ihrer individuellen Situation zu planen.
Wie lange dauert es, bis Klarheit über meinen Befund besteht?
Das hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. In vielen Fällen können wir bereits beim ersten Gespräch eine erste Einschätzung geben.
Sind weitere Untersuchungen notwendig, kann es einige Tage bis wenige Wochen dauern, bis alle Ergebnisse vorliegen. Erst wenn alle wichtigen Befunde vollständig sind, können wir gemeinsam die nächsten Behandlungsschritte planen.
Kann ich eine Begleitperson mitbringen?
Ja, sehr gern. Viele Patient:innen empfinden es als hilfreich, nicht allein zum Gespräch zu kommen.
Was passiert, wenn sich kein behandlungsbedürftiger Befund zeigt?
Dann begleiten wir Sie ggf. weiter im Rahmen von Verlaufskontrollen oder geben Empfehlungen zur weiteren Betreuung.
Was passiert, wenn tatsächlich eine Erkrankung festgestellt wird?
Dann besprechen wir die Diagnose ausführlich, erklären verständlich die nächsten Schritte und planen gemeinsam das weitere Vorgehen.
Kann ich mich auch erst informieren, ohne direkt einen Termin zu vereinbaren?
Ja. Auf unserer Website finden Sie viele Informationen zu Erkrankungen, Untersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten. Diese können Ihnen helfen, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen.
Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass eine individuelle medizinische Einschätzung ausschließlich im persönlichen Gespräch und auf Grundlage Ihrer vollständigen Befunde möglich ist. Eine Beratung oder Beurteilung per Telefon oder E-Mail sowie Ferndiagnosen sind nicht möglich.
Fragen bei
vorliegender Diagnose
Was bedeutet meine Diagnose konkret?
Wir erklären Ihnen verständlich, was die Diagnose bedeutet, wie sie einzuordnen ist und was sie für Ihre persönliche Situation heißt.
Muss ich sofort mit einer Behandlung beginnen?
Nicht immer. Je nach Befund kann es sinnvoll sein, zunächst weitere Informationen zu sammeln, den Verlauf zu beobachten oder verschiedene Optionen zu prüfen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für meine Erkrankung?
Welche Behandlung für Sie infrage kommt, hängt von Ihrer Erkrankung, den Untersuchungsergebnissen und Ihrer persönlichen Situation ab.
Jeder Behandlungsplan wird in einer interdisziplinären Tumorkonferenz (Tumorboard) gemeinsam mit den beteiligten Fachrichtungen besprochen. So stellen wir sicher, dass alle wichtigen Aspekte berücksichtigt werden.
Je nach Erkrankung können unter anderem folgende Möglichkeiten infrage kommen:
- regelmäßige Verlaufskontrollen,
- unterstützende (supportive) Behandlungen,
- Chemotherapie,
- Immuntherapie,
- zielgerichtete Therapien,
- oder eine Kombination verschiedener Verfahren.
Für spezielle Behandlungen wie eine Stammzelltransplantation oder eine CAR-T-Zell-Therapie arbeiten wir eng mit erfahrenen spezialisierten Zentren zusammen.
Wie wird entschieden, welche Therapie für mich die richtige ist?
Die Entscheidung über die für Sie passende Behandlung treffen wir gemeinsam mit Ihnen.
Grundlage sind die aktuellen medizinischen Leitlinien, wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Ihre persönlichen Wünsche, Begleiterkrankungen und Lebensumstände. Zusätzlich wird jede Therapieempfehlung in einer interdisziplinären Tumorkonferenz (Tumorboard) mit den beteiligten Fachrichtungen besprochen.
So entsteht ein individuell abgestimmter Behandlungsvorschlag, den wir anschließend ausführlich mit Ihnen besprechen.
Werde ich während der Behandlung persönlich begleitet?
Ja. Wir legen großen Wert auf eine kontinuierliche und persönliche Betreuung.
Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin begleitet Sie während der gesamten Therapie. Wichtige Therapieentscheidungen und mögliche Komplikationen besprechen Sie regelmäßig gemeinsam. Darüber hinaus werden Sie vor jedem Therapiezyklus fachärztlich untersucht und betreut.
Unser Ziel ist, dass Sie jederzeit feste Ansprechpartner haben und sich während der gesamten Behandlung gut begleitet fühlen.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Welche Nebenwirkungen auftreten können, hängt von der jeweiligen Behandlung ab. Vor Beginn Ihrer Therapie informieren wir Sie ausführlich über mögliche Beschwerden und darüber, wie Sie damit umgehen können.
Viele Nebenwirkungen lassen sich heute gut behandeln oder deutlich lindern. Zusätzlich erhalten Sie einen Therapiepass mit wichtigen Hinweisen und Notfallnummern.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite „Umgang mit Nebenwirkungen“.
Was passiert, wenn mehrere Behandlungsoptionen infrage kommen?
Gibt es mehrere geeignete Behandlungsmöglichkeiten, werden diese zunächst in einer interdisziplinären Tumorkonferenz (Tumorboard) gemeinsam mit den beteiligten Fachrichtungen besprochen.
Anschließend erläutern wir Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten sowie deren Vor- und Nachteile. Die endgültige Therapieentscheidung treffen wir gemeinsam mit Ihnen. Dabei berücksichtigen wir nicht nur die medizinischen Empfehlungen, sondern auch Ihre persönliche Lebenssituation, Begleiterkrankungen und Ihre individuellen Wünsche.
Gibt es Situationen, in denen keine Therapie nötig ist?
Ja. Manchmal ist eine engmaschige Verlaufskontrolle sinnvoller als eine sofortige Behandlung.
Wie oft muss ich zu Kontrollen oder Terminen kommen?
Das hängt von Ihrer Diagnose und dem gewählten Vorgehen ab. Wir besprechen den zeitlichen Rahmen transparent mit Ihnen.
Kann ich mir Zeit für Entscheidungen nehmen?
Ja. Entscheidungen werden nicht überstürzt. Es ist wichtig, dass Sie sich gut informiert und sicher fühlen.
Fragen zum
Ablauf der Therapie
Wie beginnt eine Therapie nach der Diagnose?
Vor Beginn der Behandlung findet ein ausführliches Gespräch statt. Dabei besprechen wir Ihre Diagnose, mögliche Therapieoptionen, Ziele der Behandlung und den geplanten Ablauf. Sie erhalten ausreichend Zeit für Fragen, bevor gemeinsam eine Entscheidung getroffen wird.
Muss ich sofort mit der Therapie beginnen?
Nicht immer. In manchen Situationen ist ein zeitnaher Beginn sinnvoll, in anderen Fällen besteht ausreichend Zeit für zusätzliche Gespräche oder eine zweite Einschätzung. Die Dringlichkeit hängt von der jeweiligen Erkrankung und Ihrer individuellen Situation ab.
Wie wird entschieden, welche Therapie für mich geeignet ist?
Die Therapieempfehlung basiert auf medizinischen Leitlinien, aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Ihrer persönlichen Gesamtsituation. Alter, Vorerkrankungen, Befunde und Ihre individuellen Wünsche werden dabei berücksichtigt.
Findet die Behandlung ambulant oder stationär statt?
Viele Krebsbehandlungen können heute ambulant in unserer Praxis durchgeführt werden.
Ist aufgrund der Erkrankung oder der Therapie eine stationäre Behandlung erforderlich, erfolgt diese in enger Zusammenarbeit mit unserer hämatologisch-onkologischen Station im Clemenshospital oder – wenn erforderlich – in einer spezialisierten Klinik.
Durch die enge Zusammenarbeit können ambulante und stationäre Behandlungsschritte optimal aufeinander abgestimmt werden.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite „Stationäre Behandlung“.
Wie oft muss ich während der Therapie in die Praxis kommen?
Das hängt von der Art der Behandlung ab. Manche Therapien erfolgen in regelmäßigen Abständen (z. B. alle zwei oder drei Wochen), andere erfordern engmaschigere Kontrollen. Den genauen Zeitplan erhalten Sie vor Therapiebeginn.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Moderne Therapien sind gezielter und oft besser verträglich als früher. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten. Wir informieren Sie vor Beginn ausführlich darüber und begleiten Sie engmaschig, um Beschwerden frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Was passiert, wenn ich die Therapie nicht gut vertrage?
Sollten Nebenwirkungen auftreten, passen wir die Behandlung individuell an. Das kann eine Dosisanpassung, eine unterstützende Begleittherapie oder – falls notwendig – eine Umstellung des Therapiekonzepts bedeuten.
Wird während der Therapie kontrolliert, ob sie wirkt?
Ja. Während der gesamten Behandlung überprüfen wir regelmäßig, wie gut die Therapie anspricht.
Dazu beurteilen wir zum einen, wie sich Ihre Beschwerden entwickeln. Zum anderen kontrollieren wir – je nach Erkrankung – Laborwerte und Tumormarker oder setzen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT, MRT oder PET-CT ein.
Diese Verlaufskontrollen erfolgen in der Regel etwa alle 8 bis 12 Wochen, können je nach Erkrankung und Therapie jedoch auch in kürzeren oder längeren Abständen notwendig sein.
Die Ergebnisse besprechen wir ausführlich mit Ihnen und entscheiden gemeinsam über das weitere Vorgehen.
Kann ich während der Therapie arbeiten oder meinen Alltag fortführen?
Das ist individuell unterschiedlich. Viele Patientinnen und Patienten können ihren Alltag zumindest teilweise weiterführen. Wir beraten Sie ehrlich dazu und unterstützen Sie auch bei sozialmedizinischen Fragen.
Wer begleitet mich während der gesamten Behandlung?
Während Ihrer gesamten Behandlung werden Sie kontinuierlich von unserem ärztlichen Team und speziell geschultem Fachpersonal begleitet.
Dabei legen wir großen Wert auf eine möglichst gleichbleibende ärztliche Betreuung. Wichtige Therapieentscheidungen sowie mögliche Komplikationen besprechen Sie regelmäßig mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin. Darüber hinaus erfolgt vor jedem Therapiezyklus eine fachärztliche Untersuchung.
Sollte zwischenzeitlich eine stationäre Behandlung notwendig werden, bleiben wir weiterhin eng in Ihre Behandlung eingebunden und stimmen uns regelmäßig mit den behandelnden Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus ab.
Wie sind meine Heilungschancen oder meine Prognose?
Die Prognose hängt von vielen individuellen Faktoren ab – unter anderem von der Art und Ausbreitung der Erkrankung, biologischen Merkmalen sowie Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand. Pauschale Aussagen sind daher nicht möglich. Wir besprechen Ihre persönliche Situation offen und transparent mit Ihnen und nehmen uns Zeit für Ihre Fragen.
Was passiert, wenn eine Therapie nicht den gewünschten Erfolg zeigt?
Nicht jede Therapie wirkt bei jedem Menschen gleich. Sollte sich zeigen, dass eine Behandlung nicht ausreichend anspricht, prüfen wir alternative Therapieoptionen. Dank moderner medizinischer Entwicklungen stehen heute häufig mehrere Behandlungswege zur Verfügung.
Kann ich eine Therapie auch abbrechen oder unterbrechen?
Grundsätzlich entscheiden Sie über Ihre Behandlung. Wenn Nebenwirkungen belastend sind oder Unsicherheiten entstehen, sprechen Sie uns bitte an. Gemeinsam prüfen wir, ob eine Anpassung, eine Pause oder ein alternatives Vorgehen sinnvoll ist.
Ist es sinnvoll, eine Zweitmeinung einzuholen?
Eine Zweitmeinung kann helfen, zusätzliche Sicherheit zu gewinnen. In vielen Fällen bestätigen sich die vorgeschlagenen Therapiekonzepte. Wenn Sie diesen Wunsch haben, unterstützen wir Sie dabei und stellen alle notwendigen Unterlagen zur Verfügung.
Muss ich während der Therapie meine Ernährung umstellen?
Eine ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung kann den Körper während der Therapie unterstützen. Spezielle „Krebsdiäten“ sind in der Regel nicht notwendig. Bei Gewichtsveränderungen oder Appetitlosigkeit beraten wir Sie individuell und beziehen bei Bedarf ernährungsmedizinische Expertise ein.
Darf ich während der Therapie Sport treiben?
Körperliche Bewegung kann sich positiv auf Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Therapieverträglichkeit auswirken. Art und Intensität sollten jedoch an Ihre persönliche Situation angepasst sein. Wir besprechen mit Ihnen, welche Aktivitäten sinnvoll und sicher sind.
Sind Impfungen während der Therapie möglich?
Ja. Ob und wann eine Impfung sinnvoll ist, hängt von Ihrer Erkrankung, Ihrer Behandlung und Ihrem Immunsystem ab. Deshalb beraten wir Sie individuell.
Chemotherapie:
Totimpfstoffe, beispielsweise gegen Grippe (Influenza), COVID-19 oder Pneumokokken, sind grundsätzlich möglich. Die Impfantwort kann jedoch vermindert sein. Idealerweise erfolgt die Impfung zwei bis vier Wochen vor Beginn der Therapie. Während der Behandlung richtet sich der optimale Zeitpunkt nach dem Therapiezyklus und Ihrem Blutbild.
Immuntherapie:
Totimpfstoffe können in der Regel ohne Unterbrechung der Behandlung verabreicht werden.
Bispezifische Antikörper:
Impfungen sind grundsätzlich möglich. Da die Immunantwort deutlich vermindert sein kann, sollten geplante Impfungen immer vorher mit uns abgestimmt werden.
Orale Krebstherapien:
Die Empfehlungen hängen vom jeweiligen Medikament ab. Bitte sprechen Sie geplante Impfungen deshalb vorher mit uns ab.
Nach einer CAR-T-Zell-Therapie oder einer Stammzelltransplantation:
In diesen Fällen ist ein individueller Wiederimpfplan erforderlich. Impfungen sollten ausschließlich nach Rücksprache mit dem behandelnden Zentrum erfolgen.
Wichtig:
Lebendimpfstoffe (z. B. gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken oder Gelbfieber) dürfen während einer immunsuppressiven Behandlung grundsätzlich nicht ohne ärztliche Rücksprache verabreicht werden.
Beeinflusst die Therapie meine Fruchtbarkeit?
Einige Krebsbehandlungen können die Fruchtbarkeit vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen. Deshalb sprechen wir dieses Thema – wenn es für Sie relevant ist – bereits vor Beginn der Behandlung mit Ihnen an.
Je nach Alter, Erkrankung und geplanter Therapie bestehen häufig Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit zu erhalten. Welche Maßnahmen infrage kommen, erläutern wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch und vermitteln bei Bedarf an spezialisierte Zentren.
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Internetseite Onkopedia – Fruchtbarkeit und Fruchtbarkeitserhalt.
Wie gehe ich mit Ängsten oder psychischer Belastung während der Therapie um?
Eine Krebs- oder Blutkrebserkrankung kann emotional sehr belastend sein. Sorgen, Ängste oder Stimmungsschwankungen sind verständlich. Wir unterstützen Sie bei Bedarf durch psychoonkologische Angebote oder vermitteln geeignete Ansprechpersonen.
Wer hilft mir bei sozialrechtlichen oder beruflichen Fragen?
Während einer Krebsbehandlung entstehen häufig Fragen, die über die medizinische Versorgung hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise Themen wie Arbeitsunfähigkeit, Wiedereingliederung, Rehabilitationsmaßnahmen, Schwerbehindertenausweis oder finanzielle Leistungen.
Gerne unterstützen wir Sie bei der Orientierung und vermitteln – wenn erforderlich – eine sozialmedizinische Beratung oder geeignete Ansprechpersonen.
Bei umfangreicheren sozialrechtlichen Fragestellungen empfehlen wir häufig einen Termin bei einer Krebsberatungsstelle. Dort erhalten Sie individuelle Unterstützung zu beruflichen, finanziellen und sozialen Fragen.
Welche Unterstützung bietet die Palliativmedizin?
Palliativmedizin bedeutet nicht nur die Begleitung am Lebensende. Ihr Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen in belastenden Situationen zu unterstützen.
Dazu gehören unter anderem die Behandlung von Schmerzen, Luftnot oder Übelkeit, aber auch Hilfe bei psychosozialen Fragestellungen, der weiteren Versorgungsplanung sowie der Organisation notwendiger Hilfen im Alltag.
Wir arbeiten eng mit der Palliativstation der Raphaelsklinik Münster sowie den regionalen Palliativnetzen zusammen. Die Anmeldung in das zuständige ambulante Palliativnetz erfolgt in der Regel über die Hausärztin oder den Hausarzt. Selbstverständlich unterstützen wir Sie dabei und beraten Sie gemeinsam über den für Ihre Situation passenden Versorgungsweg.
Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung
Es ist sinnvoll, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wer für Sie Entscheidungen treffen soll, wenn Sie diese selbst einmal nicht mehr treffen können. Die entsprechenden Dokumente sollten regelmäßig überprüft und möglichst auch mit Ihren Angehörigen besprochen werden.
Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie eine Person Ihres Vertrauens, die Sie im Fall einer Entscheidungsunfähigkeit in persönlichen und gesundheitlichen Angelegenheiten vertreten darf. Eine Generalvollmacht geht darüber hinaus und kann zusätzlich rechtliche und finanzielle Angelegenheiten umfassen. Hierfür ist in der Regel eine notarielle Beglaubigung erforderlich.
Mit einer Betreuungsverfügung legen Sie fest, wen ein Gericht als rechtliche Betreuerin oder rechtlichen Betreuer einsetzen soll, falls eine gesetzliche Betreuung notwendig wird. Die benannte Person unterliegt dabei der gerichtlichen Kontrolle.
In einer Patientenverfügung halten Sie schriftlich fest, welche medizinischen Maßnahmen Sie in bestimmten Situationen wünschen oder ablehnen. Sie hilft dabei, Ihren Willen auch dann zu berücksichtigen, wenn Sie sich selbst nicht mehr äußern können.

