Gemeinschaftspraxis für Hämatologie & Onkologie

Gut vorbereitet
Informationen vor einer Tumortherapie

Informationen vor einer Tumortherapie in der Onkologie Münster.

Anmeldung und erster Termin

Bringen Sie am besten Folgendes mit:

Unterlagen

  • Überweisungsschein
  • Krankenkassenkarte
  • Aktuelle Arztbriefe und Krankenhausentlassungsberichte – wenn möglich: Befunde zur Tumorerkrankung, zum Beispiel Histologie/Pathologie, OP-Berichte, Tumorboard-Beschlüsse
  • Bildgebung auf CD/DVD oder als Zugangscode, plus schriftliche Befunde: CT, MRT, PET-CT, Röntgen, Ultraschall
  • Laborbefunde, besonders aktuelle Blutwerte

Medikamente und Gesundheit

  • Aktueller Medikamentenplan, inklusive Blutverdünner, Schmerzmittel, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate
  • Allergiepass, Marcumar-/DOAK-Ausweis, Portpass, Implantatpass, falls vorhanden
  • Informationen zu Vorerkrankungen, zum Beispiel Herz, Niere, Leber, Diabetes, Autoimmunerkrankungen
  • Impfpass, falls vorhanden

Praktisches

  • Eine Liste Ihrer wichtigsten Fragen
  • Notizen zu aktuellen Beschwerden: seit wann, wie stark, was hilft oder verschlechtert
  • Kontaktdaten wichtiger behandelnder Ärzte
  • Eine Begleitperson, wenn möglich, besonders beim Erstgespräch
  • Brille/Hörgerät, falls benötigt

Was ist vor der Therapie?

Darf ich weiter Sport machen oder muss ich mich schonen? Kann mir Sport sogar helfen?

Ein grundsätzlicher Hinweis vorweg: Bevor Sie mit Ihren sportlichen Aktivitäten beginnen, fragen Sie auf jeden Fall Ihren derzeit behandelnden Arzt, ob aus seiner Sicht etwas dagegenspricht. Aktuelle Leitlinien für Krebspatienten empfehlen eine Kombination aus gezieltem Krafttraining mit Ausdauertraining. Diese Kombination steigert besonders Ihre Leistungsfähigkeit und verringert beziehungsweise verhindert zahlreiche Nebenwirkungen der Krebstherapie. Ggf. eine weitere Beratung durch einen Sportmedizinier oder Kardiologen.

Bewegung und körperliche Aktivität tun gut, Schonung zieht Folgeerkrankungen nach sich, z.B. wird das Herz-Kreislauf-System und der gesamte Bewegungsapparat geschwächt. Bewegung während und vor einer Krebstherapie ist nicht gefährlich, sie wirkt sich positiv auf das körperliche, seelische und soziale Befinden aus. Aber „viel hilft viel“ ist im Fall einer Krebserkrankung nicht die Lösung. Sie sollten das tun, womit Sie sich wohlfühlen. Ein Spaziergang oder eine Runde mit dem Fahrrad, zwei- bis dreimal pro Woche für etwa 30 Minuten ist ein guter Anfang. Unter der Chemotherapie können die Einheiten individuell angepasst werden, z.B. fünf- bis sechsmal pro Woche für 15 Minuten.

Empfehlungen (Deutsche Krebshilfe)

  • Bewegen Sie sich mindestens zwei- bis dreimal pro Woche für 30 Minuten.
  • Insbesondere unter der medizinischen Therapie können Sie dies jedoch auch auf fünf bis sechs Einheiten pro Woche verteilen zu je 15 bis 30 Minuten. Zu empfehlen sind dann moderate Bewegungen wie zum Beispiel Spazierengehen, Nordic Walking, Kräftigungstraining, das von Ihnen als etwas anstrengend empfunden wird.
  • Falls für Sie auch anstrengendes Training möglich ist (beispielsweise gerätegestütztes Krafttraining), können Sie intensiver, aber dafür kürzer trainieren. Trainieren Sie dann insgesamt dreimal pro Woche jeweils mindestens 15 bis 30 Minuten.
  • Seien Sie darüber hinaus im Alltag ausreichend aktiv. Einige Tipps finden Sie in der folgenden Liste.

Bringen Sie Bewegung in Ihr Leben

  • Erledigen Sie kleinere Einkäufe mit dem Fahrrad oder zu Fuß.
  • Steigen Sie ggf. eher Treppen, statt den Fahrstuhl oder die Rolltreppe zu benutzen.
  • Gönnen Sie sich nach dem (Mittag-)Essen einen Verdauungsspaziergang.
  • Vor dem Schlafengehen entspannen ein paar Schritte an der frischen Luft und helfen beim Einschlafen.

Bitte beachten Sie

  • Übertreiben Sie Ihr Training nicht.
  • Überlasten Sie sich nicht.
  • Gehen Sie beim Krafttraining nicht „bis zum Anschlag“ (Maximalkrafttraining; dies dürfen Sie nur unter Aufsicht durchführen!).
  • Trainieren Sie nur so viel, dass Sie keine / kaum Schmerzen haben.
  • Bleiben Sie auch im Krankenhaus möglichst jeden Tag in Bewegung; liegen Sie so wenig wie möglich.
  • Bewegen Sie sich zu Hause täglich – und trainieren Sie zusätzlich zwei- bis dreimal pro Woche.

Ausdauertraining bei Krebs

Ausdauertraining spielt in der Rehabilitation von Krebspatienten eine wichtige Rolle. Informationen zur Bewegung nach Krebsarten der Deutschen Krebshilfe

Warum bekomme ich eine Therapie?

Wie wird entschieden, welches Medikament ich bekomme und wie viel?

Zuerst muss bestimmt werden, welche Krebsart, in welchem Stadium und welche biologischen Merkmale der Tumor aufweist, um zu entscheiden, welches Medikament überhaupt wirksam ist. Die Ärzte orientieren sich bei der Wahl des Medikaments an wissenschaftlich geprüften Empfehlungen, für viele Krebsarten gibt es bewährte Kombinationen von Medikamenten, die in Studien getestet wurden. Natürlich werden auch die persönlichen Voraussetzungen (z.B. Alter, allgemeiner Gesundheitszustand oder andere Erkrankungen (z.B. Herzproblem)) berücksichtigt, nicht jedes Medikament ist für jeden Menschen gleich gut geeignet. Die Menge des Medikaments wird meistens individuell berechnet. Bei Bedarf z.B. bei starken Nebenwirkungen oder schlechten Blutwerten, kann die Dosierung angepasst und reduziert werden.

Was ist unter der Therapie?

Wie funktioniert eigentlich eine Chemotherapie?

Bei einer Chemotherapie werden dem Körper Substanzen, sog. Zytostatika, zugeführt, die die Krebszellen bekämpfen sollen. Die Zytostatika greifen in die Zellteilung ein, besonders stark betroffen sind die Zellen, die sich schnell teilen. Da die Zytostatika nicht zwischen den guten und den bösen Zellen unterscheiden können, können neben den Krebszellen auch z.B. die Haarwurzelzellen in ihrem Teilungszyklus gestört werden.

Gibt es Chemotherapie immer als Infusion oder gibt es andere Möglichkeiten?

Die meisten Patienten erhalten die Chemotherapie als Infusion über einen Tropf. Manche Therapien kann man über eine Spritze unter die Haut verabreichen oder in Form von Tabletten. Diese Art der Verabreichung nennt man systemische Chemotherapie, die Wirkstoffe breiten sich im gesamten Körper aus.
Bei der lokalen Chemotherapie wirken Zytostatika nur in unmittelbarer Nähe des Tumors. Je nach betroffener Körperregion und Art der Krebserkrankung lassen sich die Medikamente als Lösung im Körperinneren (z.B. eine Blasenspülung bei Blasenkrebs) oder als Salbe auf der Haut anwenden.

Wie lange dauert die Chemotherapie insgesamt? Wie lange dauert die Infusion?

Meistens dauert eine Chemotherapie mehrere Wochen oder Monate. Die Chemotherapie wird in sogenannten Zyklen verabreicht, ein Zyklus umfasst die Behandlung und die anschließende Erholungspause. Die einzelnen Therapiesitzungen dauern zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden, je nach eingesetzten Zytostatika.

Was ist während der Therapie?

Darf ich alles essen oder gibt es Lebensmittel, auf die ich verzichten muss? Darf ich während der Chemotherapie Alkohol trinken?

Laut der Leitlinien der onkologischen Ernährungsgesellschaften ist von „Krebsdiäten“ oder Fasten während einer Krebsbehandlung abzuraten. Der Energieverbrauch kann bei einer Tumorerkrankung steigen, aus diesem Grund ist eine ausreichende Zufuhr von Kalorien und Eiweißen, Vitaminen und Mineralstoffen sehr wichtig. Allgemein sollten Sie während der Chemotherapie das essen, worauf Sie Lust haben. Es gibt allerdings Lebensmittel, die während einer Chemotherapie weniger empfehlenswert sind als andere. Sehr fettige oder stark gewürzte Speisen können Übelkeit oder Verdauungsprobleme verstärken. Alle Lebensmittel sollten gut durchgegart werden und auf rohe Lebensmittel wie Sushi und Rohmilchprodukte sollte verzichtet werden, um das Infektionsrisiko bei einem geschwächten Immunsystem zu reduzieren. Auch auf Alkohol sollte verzichtet werden oder nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt und in Maßen genossen werden, da es zu Wechselwirkungen mit vielen Medikamenten kommen kann und die Schleimhäute gereizt werden.

Tut es weh, wenn die Infusion einläuft?

Meistens tut das Einlaufen der Chemotherapie selbst nicht weh. Es gibt Patienten, die spüren während der Therapie gar nichts. Andere spüren einen leichten Druck an der Portstelle oder der Kanüle oder ein kühles Gefühl, dort wo die Therapie einläuft.

Muss man noch weitere Medikamente nehmen?

Oft ja, einige Patienten bekommen neben der Chemotherapie Begleitmedikamente, die von der Krebsart, dem Chemotherapie-Schema und den vorhandenen Nebenwirkungen abhängen. Darunter fallen z.B. Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika) oder Medikamente zum Schutz vor Infektionen (Antibiotika und/oder Virostatika). In manchen Fällen sind Mittel mit Wachstumsfaktoren für die weißen Blutkörperchen erforderlich oder je nach Bedarf Schmerzmittel.

Wie läuft eine ambulante Chemotherapie ab? Wie sieht es da aus?

Sie erhalten einen Termin zur Chemotherapie und melden sich zum angegebenen Zeitpunkt in der Praxis an. Nach kurzer Wartezeit werden Sie aufgerufen und dürfen in einem der Therapieräume Platznehmen. Ihnen wird ein Zugang gelegt oder Ihr Port wird angestochen und es erfolgt eine Blutentnahme. Wenn Ihre Blutwerte gut sind, startet die Therapie. Sollten die Werte nicht gut genug für die Chemotherapie sein, wird die Therapie um ein paar Tage verschoben.

Jede Therapie läuft anders ab und wird individuell je nach Stadium der Krebserkrankung geplant und in Form eines Therapieprotokolls festgehalten. In den meisten Fällen erhalten Sie einen Vorlauf, in dem sich Medikamente zur besseren Verträglichkeit z.B. etwas gegen Übelkeit befinden, in Form einer Infusion. Wenn der Vorlauf durchgelaufen ist, erhalten Sie über einen im Therapieprotokoll festgelegten Zeitraum (in der Regel 30-60 Minuten) Flüssigkeit, damit die im Vorlauf verabreichten Medikamente sich im Körper verteilen können. Dann startet die Gabe der Zytostatika, im Therapieprotokoll ist festgehalten, welche Substanzen und in welchem Zeitraum diese verabreicht werden. Am Ende erhalten Sie noch Flüssigkeit, damit Sie auch die Reste, die sich im Infusionsschlauch befinden, erhalten. Sie bekommen einen neuen Termin und dürfen nach Hause fahren.

Was mache ich bei Nadelphobie?

Eine Nadelphobie ist nichts Ungewöhnliches! Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter in der Praxis Bescheid wissen, um den Ablauf entsprechend anzupassen und es möglichst angenehm für Sie zu machen. Um auf ständige Zugänge am Arm zu verzichten, sollten Sie über einen Port nachdenken. Ein Port ist ein implantierter venöser Zugang, der unter der Haut liegt und der immer wieder verwendet werden kann. Mit einer Betäubungscreme kann die Punktionsstelle deutlich weniger spürbar sein.

Welche Nebenwirkungen gibt es? Kann ich etwas dagegen tun?

  • Anämie
    eisenreiche Ernährung; ggf. Vitamin-Substitution, EPO-Gabe oder Transfusion
  • Infektionsgefahr
    Händehygiene; Abstand zu Infizierten; Impfstatus prüfen; ggf. prophylaktische Antibiotikagabe
  • Haut- und Nagelveränderungen
    Feuchtigkeitspflege; Sonnenschutz
  • Haarausfall
    Perücken, Tücher; ggf. Kühlpacks für die Kopfhaut
  • Mukositis
    Mundspüllösung; scharfe oder heiße Speisen meiden; ggf. Schmerzmittel
  • Übelkeit und Erbrechen
    Antiemetika
  • Emotionale Belastung
    psychoonkologische Begleitung; Selbsthilfegruppen
  • Fatigue
    moderate Bewegung; Ruhephasen
  • Appetitlosigkeit
    viele kleine Mahlzeiten; ausreichend Flüssigkeit

Wo bekomme ich Hilfe?

Krebsberatung Münster

Eine Krebserkrankung verändert das Leben – für Betroffene ebenso wie für An- und Zugehörige. In dieser herausfordernden Zeit stehen wir Ihnen zur Seite. Die Krebsberatung im Münsterland bietet kostenfreie und vertrauliche Unterstützung für alle, die mit dem Thema Krebs in Berührung kommen.

Informationen – Klarheit schaffen

  • zu medizinischer und beruflicher Rehabilitation
  • zu finanziellen Unterstützungsleistungen
  • zum Schwerbehindertenrecht und anderen sozialen Ansprüchen
  • zum besseren Verständnis medizinischer Begriffe und Zusammenhänge

Praktische Hilfen – Unterstützung bei Anträgen

  • Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen
  • Unterstützung im Umgang mit Behörden

Vermittlung – Gemeinsam stark

  • Kontakt zu Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige
  • Informationen zu therapeutischen Angeboten und weiteren Beratungsstellen
  • Vermittlung zu sozialen Einrichtungen und ambulanten Hilfen

Was ist nach der Therapie?

Wie erfolgt nach der Therapie die Kontrolle (Nachsorge)?

Die Nachsorge nach einer Chemotherapie besteht meistens aus regelmäßigen Kontrollen, um Rückfälle früh erkennen zu können. Für die Nachsorge typisch sind ein Gespräch über Beschwerden, eine körperliche Untersuchung und je nach Krebsart die Bestimmung von Blutwerten oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT.

Am Anfang sind die Abstände der Termine enger getaktet und werden im Verlauf größer. Jede Nachsorge läuft anders ab und ist von individuellen Faktoren wie der Tumorart, dem Stadium und der eingesetzten Therapie abhängig. Auch die Dauer der Nachsorge variiert je nach Krebserkrankung und umfasst meistens fünf Jahre, kann aber auch kürzer oder länger andauern.

Was ist mit anderen Krebsvorsorgen? Sollte ich neben der Chemotherapie zur Krebsvorsorge gehen?

Es ist sinnvoll, neben der Chemotherapie die üblichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen.

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